“ Die Liebe zum Land“

eine zweiteilige NDR- Dokumentation von 1973,

—-einmal ein milchviehbetrieb und die Zusammenarbeit mit anderem Nebenerwerbslandwirt, die großen sorgen Nöte, Krankheiten..  im Kreis Flensburg  ,

—–einmal drei Treckerfahrer, ein Landarbeiter und ein Melker mit ihren Frauen,

so gut dokumentiert, so offen, alles dargelegt,

————–

diese filme sah ich,heute nacht  ,weil ich nicht schlafen konnte,

 

leider sind beide filme nicht in der Mediathek.

und das war ein so für mich wichtiges Stück Zeitgeschichte. und nun denke ich nach, was ich kannte aus dieser Zeit, wie ich diese Abhängigkeit und doch auch große Zuwendung zum Tier, Zum Acker, zum Betreibe erlebte.  und durch meinen Beruf  auch die Distanz der Städter kannte . Die großen sozialen Unterschiede, Spannungen, die Unfreiheit der Landarbeiter… und  zugleich der große finanzielle Druck für die Betriebsleiter..  ihre Familien.. , die Abhängigkeit, der Bau der Landarbeiterhäuser,  die Entlohnung,kein Urlaub, kaum Freizeit..  alles so bekannt..

aber dann auch der Witz , die  Klugheit dieser Menschen, die sich in ihren Kommentaren zeigte, aber doch dann wieder resigniert,  die enorme Tatkraft,  dieser Menschen, die nicht angemessen für ihr Können und ihren Einsatz entgolten werden, die Nöte ,Sorgen..und immer der hohe finanzielle Druck..  das war hautnah diese Geschichten  ..danke für diese Wiederholung.

diese beiden Filme waren wirklich sehenswert.

und mich machte betroffen, dass eine alte Frau erzählte, dass sie jeden Morgen bei einer Gräfin nach der andacht einen Knicks machen musste als Mitarbeiterin auf dem Betrieb.

ja ich lehnte immer diese Arroganz der obeneren Schichten ab, ich erlebte sie auch in meinem Heimatdorf..und war schockiert ,wenn ich sah, wie Menschen je nach Stand unterschiedliche Rechte hatten.

Und bestätigten mich darin, warum ich auch den Weg hier zum Bauernhof von Hermann gelebt habe..nach Nordfriesland, bei ihm gab es  diesen Dünkel nie..-.-.-.-.-.-.

Denn ich kann die worte im heutigen Gebrauch als  Landliebe…Landlust.. landleben  …landhaus..landgarten..und und  nicht mehr lesen.und hören ..ja ich finde es schon pervers, .ihre sog. Idylle   diese Dekos,  diese falschen Darstellungen, die Städter, die sich einbilden  Bauer sein zu können, wenn sie einen kleinen Acker bewirtschaften  mit Gemüse, Tieren, ,Hühner halten und man tut so,als arbeitet man auf dem Land.. aber sonst gut in der Stadt verdienen,

..aber die echte harte Arbeit,die daneben existiert,  sie wird nicht so ausführlich hautnah  diskutiert in den Txten der zeitschriften, wenn man rechnet..wie bekommt man die wahnsinnig hohen investitionen  für Mast, milchkühe  ..Melkroboter nun,  hin, nun haben wir zwar moderne Mähdrescher, es sitzt keiner mehr im Staub..aber  welche Flächen muss so einer dreschen Tag und nacht..um diese kosten wieder einzufahren,   und urlaub kein thema, weil es machen studenten,  leute ,die ihren jahresurlaub  sich nehmen, und sich so Geld zuverdienen  ,  es gibt immer noch so viele die so arbeiten .

Ich schämte mich , wie die junge Frau des Bauerns in gutem Zeug zur Ernte  das Essen zum Feld brachte..wieso fuhr sie keinen Schlepper.. wieso presste sie nicht das Stroh., wieso  war sie nicht unterwegs Ersatzteile zu holen..mit kindern ..so wie ich es ganz normal erlebte, sie  war so auf  Distanz..,ein Fremdkörper auf dem Feld,

gottseidank war das hier in nordfriesland immer anders.. man war ein team..  und unser haus ist so klein wie andere auch..

und doch die Sorgen des Milchviehbetriebes im Raum Flensburg, die harte Arbeit der Frauen..  es machte so traurig, wenn man weiß, dass es heute genauso so ist und  wir haben auch in Eigenleistung großen Stall gebaut, Schuppen erstellt, das war mir alles so bekannt..hermanns Arbeitstage bis spät in die Nacht..

aber heute..noch viel schlimmer, denn nun kann man nicht aufhören, die Kredite der Banken sind so und zu hoch..man muss dabei bleiben, die Banken bestehen darauf, bis man Konkurs anmeldet, und bleibt zurück mit hohem Schuldenstand..alles futsch! verkaufen Wechsel auf industriearbeit geht nicht. dazu ist zuviel Fremdkapital im Betrieb..

ich bin froh, dass wir diese Entwicklung haben kommen sehen, und nicht weiter vergrößerten sondern außerhalb der Landwirtschaft zu verdienten, und nach Hermanns Unfall noch verpachten konnten, uns blieb das erspart, aber es waren schwere Jahre,  wenn Jahr um Jahr  alles abgezahlte werden musste..   und doch wir haben es geschafft..egal was..immer  gearbeitet,ich stehe zum den rostigem Blech, den alten Fenstern,  die unterschiedlichsten Baustile,  sie verkörpern die unterschiedlichsten Zeiten, sie gehören dazu. und nehme sie mit viel humor..meine enkel auch!

Aber auch ich habe diese Liebe in mir..die Liebe zum Land..die werde ich hüten..und meine Arbeitstechniken aus alten Zeiten nutzen..mein Spinnen und weben..ja diese beiden filme halfen mir, (meine neue Aufgabe   ich weiß sie noch nicht ).aber ich weiß was mir wichtig ist.

ich freue mich über nette kommentare.

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