Sommer – Herbst

Dieses Gedicht
liebe ich so und möchte damit an Sarah Kirsch erinnern. Sie lebte lange noch an der Eider in Tielenhemme. Erich Maletzkehat in der SHZ einen wunderbaren Text zu ihr verfasst.
Im Sommer

Sarah Kirsch

Dünnbesiedelt das Land.
Trotz riesigen Feldern und Maschinen
Liegen die Dörfer schläfrig
In Buchsbaumgärten; die Katzen
Trifft selten ein Steinwurf.Im August fallen Sterne.
Im September bläst man die Jagd an.
Noch fliegt die Graugans, spaziert der Storch
Durch unvergiftete Wiesen. Ach, die Wolken
Wie Berge fliegen sie über die Wälder.

Wenn man hier keine Zeitung hält
Ist die Welt in Ordnung.
In Pflaumenmuskesseln
Spiegelt sich schön das eigne Gesicht und
Feuerrot leuchten die Felder.

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